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Projekt nachhaltig leben

Month: January 2016

Vegan in Texas, Part III

Vom Big Bend National Park sind wir weiter gefahren bis zu unserem westlichsten Outpost der Reise. El Paso, mal wieder am Rio Grande und an der Grenze zu Mexiko. In El Paso gibt es wieder mehrere Möglichkeiten, vegan zu speisen, was man auch ausnutzen sollte. Das war unsere letzte Station mit veganen Essensmöglichkeiten. Von da an hieß es jeden Tag schauen, was machbar ist. Die Vegetarian Society of El Paso hat eine gute Übersicht, was es alles an Essensmöglichkeiten in der Stadt gibt.

Wir waren bei:

Greenery Restaurant and Market (der Thai Pasta Salad ist wirklich empfehlenswert)

750 Sunland Park Drive (in der Sunland Park Mall), El Paso, Texas 79912

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The Green Ingredient (sehr teuer, aber die einzige Möglichkeit, mal was anderes zu frühstücken)

201 E. Main Street, Suite 112,  (nicht wundern, ist in einem Hochhaus im Erdgeschoss und von außen nicht ersichtlich), El Paso, Texas 79901

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El Meson de Onate (laut ihrer Werbung das beste mexikanische Restaurant der Stadt – wir haben nicht alle ausprobiert, aber sie haben sich sehr viel Mühe gegeben, was veganes für mich zu kochen und es war echt lecker und recht authentisch)

9993 Socorro Road, El Paso, TX 79927 – direkt neben der Missionskirche Socorro. Manchmal kann man sich doch in Tourifallen begeben und sich freuen, wenn sich herausstellt, dass es keine sind.

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El Paso hat uns sehr gut gefallen, obwohl viele Reiseführer nur von seiner Hässlichkeit und dem Tortilla Curtain, also der Grenze zu Mexiko berichten. Ja, sie ist da und sicherlich trägt der große texanische Stern, der abends in den Bergen angeschaltet wird und nach Mexiko rüberstrahlt mit dazu bei, den krassen Unterschied wahrzunehmen, diesseits und jenseits des Stacheldrahtzauns. Obwohl, das macht alleine schon die Smogwolke, die über Ciudad Juárez brütet. Trotzdem hat uns die Grenzstadt besser gefallen als andere texanische Großstädte, die vom Stadtbild her doch einen richtigen Einheitsbrei dargeboten haben.

Unsere Reise hat uns dann nach New Mexiko geführt, ins White Sands National Monument und dadurch in das kleine Nest Alamogordo. Dort haben wir zum Glück an unserem zweiten Abend abseits von der regulären Fressmeile mit Pizza Hut & Co eine kleine Pizzeria entdeckt, die von locals, also Einheimischen frequentiert wird. Während mir alle anderen “Restaurants” (mir fällt es bei den amerikanischen Ketten immer schwer, sie wirklich als Restaurants zu bezeichnen) einen Korb gegeben haben und keine Möglichkeit sahen, ihre Gerichte zu veganisieren, hat sich die Bedienung im Pizza Patio richtig viel Mühe gegeben, sich viel Zeit genommen, mich zu beraten und am Ende habe ich eine vegane Pizza bekommen, die richtig lecker war. Die Küche war sehr großzügig mit dem Gemüsebelag, was ja meistens nicht der Fall ist. Ich finde, auf Pizzen sucht man oftmals die Zutaten und hat nur Käse, vereinzelt sieht man eine Salamischeibe oder einen Pilz. Wenn reguläre Pizzabuden dann eine vegane Variante zaubern sollen, wird es oft sehr trocken und langweilig. Und ausgerechnet hier im kulinarischen Niemandsland habe ich eine richtig gute vegane Variante bekommen. Vielen Dank dafür!

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Weiter ging es für uns nach Carlsbad, ein weiterer Punkt meiner Bucket List und definitiv einer meiner Favoriten unter den amerikanischen Nationalparks, die ich bisher sehen durfte. Hierfür fehlen mir einfach die Worte.  Im Park gibt es 83 einzelne Höhlen, darunter die tiefste bekannte Kalksteinhöhle der USA mit einer Tiefe von 487 Metern unter der Erdoberfläche. Die Carlsbad-Höhle hat einen der weltweit größten unterirdischen Räume. Man läuft erstmal eine Stunde in die Höhle rein, könnt ihr Euch das vorstellen? 60 Minuten in die Tiefe laufen, vom Tageslicht rein in die Wunderwelt der Carlsbad Caverns? Bestimmt nicht, kann man auch nicht, wenn man nicht dort gewesen ist. Allein hierfür hat sich die gesamte Reise gelohnt. (Ja, ich weiß, der Flug in einer riesigen A380 ist kein Stück nachhaltig – Asche auf mein Haupt, Reisen ist meine Passion. Ich versuche immerhin, ansonsten so nachhaltig wie möglich zu leben. Besitze kein Auto, laufe in Berlin überall hin, so weit es geht oder benutze die Öffis. Lebe vegan. Versuche, so wenig wie möglich neu produzierte Sachen zu kaufen. Aber ein Mal im Jahr in die Ferne, das ist mein CO2-desaströses Laster, das ich nicht schönreden kann).

In Carlsbad gab es mein zweites kulinarisches Highlight dieser Reise, im Yellowbrix Restaurant. Von diesem Essen und den Gerichten in Terlingua werde ich wahrscheinlich mein Leben lang erzählen.

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Vegan in Texas, Part II

Von Austin hat uns unsere Texasrundreise nach San Antonio geführt. Die heimliche Hauptstadt von Texas, wie sie genannt wird, da sie anscheinend die Lieblingsstadt der Texaner ist. Kein Wunder, mit ihrem Riverwalk hat sie eine touristischen Meisterleistung an den Tag gelegt. Der Riverwalk ist eine Spaziermeile am San Antonio River. Gesäumt von Restaurants und in der Weihnachtszeit in den Abendstunden ganz romantisch beleuchtet, fällt es einem schwer, San Antonio nicht als eines der Highlights des Texasbesuchs zu nennen. Am Riverwalk haben wir bei einem Italiener gegessen, dort habe ich einen richtig guten Salat und Spaghetti Aglio Olio bekommen. Eine Seltenheit in Texas. Die hatten tatsächlich eine vegane Speisekarte! Da hat wohl vor mir schon mal der eine oder andere vegane Gast vorbeigeschaut. Dadurch haben wir aber kaum eines der veganen Restaurants besucht, die es in San Antonio gibt. Ich wäre gerne zu Senor Veggie gegangen, aber der hatte leider an den Tagen, an denen wir dort waren, geschlossen. Wir waren in der Vegeria, die war aber nicht empfehlenswert, daher gibt es an dieser Stelle auch keinen Link. Sie haben zwei Locations in der Stadt, die erste war einfach geschlossen und bei der zweiten haben sie uns dann gesagt, ja, die hätten einfach früher zu gemacht an dem Abend (ein Hinweis vor Ort oder auf deren facebook-page wäre nett gewesen) und das Buffet am zweiten Standort war einfach nicht gut.

Nicht vergessen darf man natürlich, dass in San Antonio die berühmte Alamo steht und eine ganze Reihe von spanischen Missionskirchen, die einfach nur atemberaubend schön sind.

 

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Einen Tagesausflug lohnt aber auch die Region des Hill Country, dorthin sind damals deutsche Auswanderer 1845 gekommen. Angeblich sprechen dort die Alten immer noch ein Deutsch, dass sich seit damals nicht verändert hat und bis 1940 Muttersprache in den Schulen. Leider haben wir auf unserer Tour durch New Braunfels, Gruene,  Niederwald, Boerne, Fredericksburg und Luckenbach keine deutschsprachigen Einwohner getroffen und auch die deutschen Restaurants bieten, wie zu erwarten war, nur amerikanisches Essen an. Interessant war der Tag aber trotzdem und die Region ist wirklich wunderschön. In Luckenbach habe ich im Saloon dann immerhin herausgefunden, dass Luckenbach im Westerwaldkreis liegt, also recht nah zu Siegen, wo ich zur Welt gekommen bin und 25 Jahre meines Lebens verbracht habe, bevor es mich nach Berlin verschlagen hat.  Bei meinem nächsten Besuch zu Hause werde ich vielleicht mal hinfahren. Dann habe ich Luckenbach, Germany und Luckenbach, Texas gesehen.

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Die längste Zeit am Stück haben wir im Big Bend National Park verbracht, einer unserer Hauptgründe, nach Texas zu fahren. Mein Mann und ich wandern sehr gerne und haben schon den einen oder anderen Nationalpark in den USA besucht, aber Big Bend stand schon lange ganz weit oben auf der Wunschliste – oder der Bucket List, wie die Amis die Liste nennen mit den Dingen, die man gesehen haben möchte, bevor man stirbt. Der Big Bend, also die große Biege am Rio Grande an der Grenze zu Mexiko, ist ein Aschenputtel der amerikanischen Nationalparks. Einfach, weil er so abseits liegt, dass die wenigsten sich die Mühe machen, hinzufahren. Ehrlich gesagt, hat mir die Autofahrt von San Antonio bis zum Big Bend dann auch irgendwann gereicht, aber sobald man in den Park reinfährt,  sind die ganzen vielen Stunden vergessen. Wir sind nachts erst dort angekommen, was die Fahrt erschwert hat – immerhin muss man ständig aufpassen, dass einem niemand vors Auto springt. Ich bin glücklich, dass uns während der gesamten Texastour kein Tier ins Auto gelaufen ist. Dadurch, dass wir aber nachts durch den Park bis zu unserem Motel fahren mussten, haben wir Rehe, Hasen und Javelinas gesehen – so was wie kleine Wildschweine, Nabelschweine genannt. Wir haben sie nur dieses eine Mal nachts zu Gesicht bekommen.  Tagsüber haben wir Hasen, Rehe, Koyoten und einen  Fuchs gesehen. Wir waren zum Bird Watching in einem kleinen Waldstück (dort gibt es unter anderem den roten Cardinal) und da wir mucksmäuschenstill waren, kam ein kleiner Fuchs vorbei. Marco hätte gerne Schwarzbären oder einen Puma gesehen, aber eigentlich bin ich ganz froh, dass wir keinem begegnet sind. Ich bin glücklich mit den Tieren, die wir zu Gesicht bekommen haben. Im Big Bend gibt es 400 Vogelarten und unzählige Wüstentiere, zum Beispiel auch eine Kängururatte, die aus den Körnern, die sie frisst, selber Wasser produzieren kann. Faszinierend.

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Faszinierend fand ich auch, dass es in der Geisterstadt Terlingua Seitan-Gerichte auf dem Menü gibt. Das Starlight Theatre gehört zu einem meiner kulinarischen Highlights dieser Reise. Das ganze Ambiente dieses Saloons ist so, wie man es sich aus einem Wildwestfilm vorstellt. Das erinnert mich daran, dass ich mir jetzt dringend mal The Alamo mit John Wayne ansehen muss.

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Aber auch in der Chisos Mountains Lodge, der Basis des Nationalparks, gab es zu meinem Erstaunen einen veganen Wrap. Damit habe ich nicht gerechnet. Empfehlenswert sind neben den vielen Wanderwegen (mein Favorit sind die Grapevine Hills) ein Besuch der heißen Quellen am Rio Grande und ein Besuch in Mexiko.

Vegan in Austin, Texas

Austin ist nicht nur die Hauptstadt von Texas, sondern auch die vegane Hochburg des US-amerikanischen Bundeststaats. Grund genug und fast schon verpflichtend, während unseres Texasurlaubs auch in Austin vorbeizuschauen. Bei Happy Cow findet ihr eine Vielzahl von veganen Essensmöglichkeiten in der texanischen Hauptstadt, wir hatten leider keine Zeit, alle durchzuprobieren, aber was wir geschafft haben, seht ihr im Video.

Austin ist auch eine Stadt der Foodtrucks, an jeder Ecke steht einer. Wir waren bei The Vegan Nom (Tex-Mex) und BBQ Revolution (richtig texanisch). Ich wünschte, die Jungs von BBQ Revolution kämen mit ihrem Truck nach Berlin. Ich liebe Cole Slaw und habe durch die beiden die Möglichkeit gehabt, endlich mal wieder Cole Slaw essen zu können. Die anderen Salate und die Mac ‘n Cheese, die die Jungs anbieten, waren aber auch richtig klasse. Ganz zu schweigen davon, dass sie ihr “Vleisch” im Smoker zubereiten, also über Nacht räuchern, wie das im fleischlastigen BBQ-Süden der USA so üblich ist. Die beiden Varianten (Briskets und Ribs), die wir probiert haben, waren sehr lecker, aber ich fand die Salate so genial, dass ich das Vleisch eigentlich links liegen gelassen und Marco überlassen habe. Die Portionen sind riesig – wir haben den Rest mitgenommen und am nächsten Tag noch verdrückt!

Zum Frühstück sind wir in die Capital City Bakery gegangen, für mich ein weiteres Highlight. Endlich mal wieder Cinnamon Rolls! Übrigens gibt es die dort täglich und nicht nur samstags, wie ich es fälschlicherweise im Video behauptet habe. In Austin gibt es noch eine weitere Bäckerei, Sugar Circus & Sugar Mama’s Bakeshop und die bieten wochenends Cinnamon Rolls an, habe ich irgendwie verwechselt. War wohl so aufgeregt, weil ich nur noch wenige Meter von meinem Frühstücksglück entfernt war. Ich weiß aber nicht, ob die Cinnamon Rolls bei Sugar Circus vegan gewesen wären, dort ist nämlich nicht alles vegan, deswegen haben wir uns für die Capital City Bakery entschieden.  Und das war kein Fehler. Dort gab es auch vegane Kolatschen, kulinarisches Neuland für mich. Kolatschen sind dank der tschechischen Einwanderer damals mit im Gepäck mit in den Wilden Westen gekommen. Es gibt auch einen veganen Foodtruck, Bistro Vonish, der bietet gehobene vegane Cuisine und auch Kolatschen an. Ich kann zwar wahnsinnig gut essen, aber das haben wir beim besten Willen nicht mehr geschafft. Schade.

Und wer rechnet schon mit einer veganen Eisdiele in Texas? Sweet Ritual bietet 16 Eiscremesorten, was will man mehr?

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The Vegan Nom Food Truck

120 E North Loop Boulevard, Austin, Texas 78751

07:30 bis 16 Uhr, montags geschlossen

BBQ Revolution Food Truck

2421 Webberville, Austin, Texas 78702

Do – Sa: 16 Uhr bis Mitternacht bzw. bis ausverkauft

So: 16 Uhr bis Mitternacht bzw. bis ausverkauft

Ich würde nicht zu spät hingehen, ich glaube, wir waren gegen 18 Uhr da und es wurde schon knapp mit den Briskets und Ribs.

Sweet Ritual

4500 Duval Street, Austin, Texas 78751 (direkt um die Ecke von The Vegan Nom, also ideal zum Nachtisch)

Mo – Do: 12 bis 21 Uhr

Fr – Sa: 12 bis 23 Uhr

So: 12 bis 22 Uhr

Captial City Bakery

2211 E Cesar Chavez, Austin, Texas 78702

So – Do: 10 bis 19 Uhr

Fr – Sa: 10 bis 21 Uhr

Da sich Standorte und Öffnungszeiten bei den Food Trucks ändern können, schaut besser vor Eurem Besuch nochmal auf den Webseiten oder facebook-pages vorbei, um sicher zu gehen, dass noch alles seine Richtigkeit hat.

Uns hat es in Austin sehr gut gefallen, es ist eine sehr alternative Stadt, was sich auch in der Dichte der Veganer widerspiegelt. Ich finde deren Kreationen richtig klasse und ich freue mich, dass ich ein paar dieser inspirierenden Menschen kennen lernen durfte. Schön, dass sie in der veganen Szene in Texas so richtig mitmischen. Ich habe übrigens zum Glück trotz des ganzen Geschlemmes in den USA nicht zugenommen, juchu!

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