Von Austin hat uns unsere Texasrundreise nach San Antonio geführt. Die heimliche Hauptstadt von Texas, wie sie genannt wird, da sie anscheinend die Lieblingsstadt der Texaner ist. Kein Wunder, mit ihrem Riverwalk hat sie eine touristischen Meisterleistung an den Tag gelegt. Der Riverwalk ist eine Spaziermeile am San Antonio River. Gesäumt von Restaurants und in der Weihnachtszeit in den Abendstunden ganz romantisch beleuchtet, fällt es einem schwer, San Antonio nicht als eines der Highlights des Texasbesuchs zu nennen. Am Riverwalk haben wir bei einem Italiener gegessen, dort habe ich einen richtig guten Salat und Spaghetti Aglio Olio bekommen. Eine Seltenheit in Texas. Die hatten tatsächlich eine vegane Speisekarte! Da hat wohl vor mir schon mal der eine oder andere vegane Gast vorbeigeschaut. Dadurch haben wir aber kaum eines der veganen Restaurants besucht, die es in San Antonio gibt. Ich wäre gerne zu Senor Veggie gegangen, aber der hatte leider an den Tagen, an denen wir dort waren, geschlossen. Wir waren in der Vegeria, die war aber nicht empfehlenswert, daher gibt es an dieser Stelle auch keinen Link. Sie haben zwei Locations in der Stadt, die erste war einfach geschlossen und bei der zweiten haben sie uns dann gesagt, ja, die hätten einfach früher zu gemacht an dem Abend (ein Hinweis vor Ort oder auf deren facebook-page wäre nett gewesen) und das Buffet am zweiten Standort war einfach nicht gut.

Nicht vergessen darf man natürlich, dass in San Antonio die berühmte Alamo steht und eine ganze Reihe von spanischen Missionskirchen, die einfach nur atemberaubend schön sind.

 

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Einen Tagesausflug lohnt aber auch die Region des Hill Country, dorthin sind damals deutsche Auswanderer 1845 gekommen. Angeblich sprechen dort die Alten immer noch ein Deutsch, dass sich seit damals nicht verändert hat und bis 1940 Muttersprache in den Schulen. Leider haben wir auf unserer Tour durch New Braunfels, Gruene,  Niederwald, Boerne, Fredericksburg und Luckenbach keine deutschsprachigen Einwohner getroffen und auch die deutschen Restaurants bieten, wie zu erwarten war, nur amerikanisches Essen an. Interessant war der Tag aber trotzdem und die Region ist wirklich wunderschön. In Luckenbach habe ich im Saloon dann immerhin herausgefunden, dass Luckenbach im Westerwaldkreis liegt, also recht nah zu Siegen, wo ich zur Welt gekommen bin und 25 Jahre meines Lebens verbracht habe, bevor es mich nach Berlin verschlagen hat.  Bei meinem nächsten Besuch zu Hause werde ich vielleicht mal hinfahren. Dann habe ich Luckenbach, Germany und Luckenbach, Texas gesehen.

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Die längste Zeit am Stück haben wir im Big Bend National Park verbracht, einer unserer Hauptgründe, nach Texas zu fahren. Mein Mann und ich wandern sehr gerne und haben schon den einen oder anderen Nationalpark in den USA besucht, aber Big Bend stand schon lange ganz weit oben auf der Wunschliste – oder der Bucket List, wie die Amis die Liste nennen mit den Dingen, die man gesehen haben möchte, bevor man stirbt. Der Big Bend, also die große Biege am Rio Grande an der Grenze zu Mexiko, ist ein Aschenputtel der amerikanischen Nationalparks. Einfach, weil er so abseits liegt, dass die wenigsten sich die Mühe machen, hinzufahren. Ehrlich gesagt, hat mir die Autofahrt von San Antonio bis zum Big Bend dann auch irgendwann gereicht, aber sobald man in den Park reinfährt,  sind die ganzen vielen Stunden vergessen. Wir sind nachts erst dort angekommen, was die Fahrt erschwert hat – immerhin muss man ständig aufpassen, dass einem niemand vors Auto springt. Ich bin glücklich, dass uns während der gesamten Texastour kein Tier ins Auto gelaufen ist. Dadurch, dass wir aber nachts durch den Park bis zu unserem Motel fahren mussten, haben wir Rehe, Hasen und Javelinas gesehen – so was wie kleine Wildschweine, Nabelschweine genannt. Wir haben sie nur dieses eine Mal nachts zu Gesicht bekommen.  Tagsüber haben wir Hasen, Rehe, Koyoten und einen  Fuchs gesehen. Wir waren zum Bird Watching in einem kleinen Waldstück (dort gibt es unter anderem den roten Cardinal) und da wir mucksmäuschenstill waren, kam ein kleiner Fuchs vorbei. Marco hätte gerne Schwarzbären oder einen Puma gesehen, aber eigentlich bin ich ganz froh, dass wir keinem begegnet sind. Ich bin glücklich mit den Tieren, die wir zu Gesicht bekommen haben. Im Big Bend gibt es 400 Vogelarten und unzählige Wüstentiere, zum Beispiel auch eine Kängururatte, die aus den Körnern, die sie frisst, selber Wasser produzieren kann. Faszinierend.

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Faszinierend fand ich auch, dass es in der Geisterstadt Terlingua Seitan-Gerichte auf dem Menü gibt. Das Starlight Theatre gehört zu einem meiner kulinarischen Highlights dieser Reise. Das ganze Ambiente dieses Saloons ist so, wie man es sich aus einem Wildwestfilm vorstellt. Das erinnert mich daran, dass ich mir jetzt dringend mal The Alamo mit John Wayne ansehen muss.

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Aber auch in der Chisos Mountains Lodge, der Basis des Nationalparks, gab es zu meinem Erstaunen einen veganen Wrap. Damit habe ich nicht gerechnet. Empfehlenswert sind neben den vielen Wanderwegen (mein Favorit sind die Grapevine Hills) ein Besuch der heißen Quellen am Rio Grande und ein Besuch in Mexiko.