Von Carlsbad bis hinunter an die Golfküste haben wir uns im absoluten kulinarischen Niemandsland bewegt. In einem Steakhaus habe ich Kartoffelpüree bekommen, der laut der Küche mit Margarine zubereitet wurde. Einen Maiskolben und Zwiebelringe. Meinen anschließenden Magenschmerzen zu Folge waren die Zwiebelringe entweder zu fettig oder aber es war Ei in der Panade oder doch Milch in der Margarine mit drin. Who knows?

Das schlechteste Essen habe ich in Del Rio (das Nest kennt man höchstens aus “No Country for Old Men”) bei einem Thailänder gegessen und gleich nach der Stadtgrenze in einem kleinen Waldstück wieder zurück gelassen. Vielleicht hätte ich vorher mal die Kritiken bei Tripadvisor lesen sollen. Den meisten Gästen schmeckt es dort, aber es gibt auch welche, die haben zum Beispiel in Thailand für mehrere Monate gelebt und wissen also auch, dass das, was dort geboten ist, KEINE Thai-Cuisine ist. Eigentlich verlinke ich keine schlechten Restaurants, aber für den Fall, dass es Euch jemals dorthin verschlägt. Absolute No Go-Area!

In Corpus Christi gibt es die Pizzeria Grimaldi’s, dort habe ich eine vegane Pizza bekommen. War in Ordnung, aber bei weitem nicht so toll wie in Alamogordo im Pizza Patio. Richtig lecker war es bei dem Mexikaner On the Border, die haben auch eine vegetarische Speisekarte und mein Essen veganisiert. Über einen Standort in Berlin würde ich mich freuen. Es gab auch Thais in Corpus Christi, die bei Happy Cow empfohlen werden, aber einen Tag nach meinem Thai-Desaster in Del Rio hatte ich darauf keine Lust.

Auch in Galveston haben wir die veganen Optionen nicht ausprobiert. Wir hatten beim Olympia Grill vorbeigeschaut, aber ich hatte irgendwie richtig griechische Möglichkeiten wie gegrilltes Gemüse erwartet, was nicht möglich war. Nur auf einer Pizza. ??? Wir sind dann zwei Mal bei Mexikanern gewesen, was wieder super geklappt hat. Bei Salsa gab es sogar eine mexikanische Musikgruppe, die gespielt hat und dann irgendwann von Tisch zu Tisch ging. Als Musikwunsch ist mir auf die Schnelle nur Jonny Cash eingefallen und diese Live-Version von Ring of Fire zählt zu meinen schönsten Urlaubserinnerungen. Die Musiker haben Stimmen, die viel zu schade sind für ein kleines Restaurant in Galveston!

In der Tortuga Mexican Kitchen hat jedoch das Essen besser geschmeckt, mein veganer Burrito war einfach ein Traum – richtig klasse angebratenes Gemüse mit tollem Reis, Bohnenpüree und leckerer Guacamole. Ich werde das mexikanische Essen vermissen und Mexiko ist auf der Reiseliste recht weit nach oben gerückt.

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Die Golfküste, die Texas Riviera, soll in den Augen der Texaner endlich als dritte Küste der USA so richtig angenommen werden. Mit den ganzen Ölraffinerien und einem der mülligsten Küstenabschnitten, die ich bisher gesehen habe, aber ein recht schwieriges Unterfangen. Vor Baden wird wegen Bakterien gewarnt, aber ich wäre bei der Brühe sowieso nicht auf die Idee gekommen, freiwillig auch nur einen kleinen Zeh da rein zu setzen.

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Die Museen und Unternehmungen vor Ort sind richtig touristisch überteuert und leider wenig sehenswert. Wir waren in einem Flugzeugmuseum, das sehr klein war, dafür aber zehn Dollar Eintritt verlangt hat. Dann gab es noch einen Souvenirladen, den ich besser nicht besucht hätte. Die haben dort tatsächlich kleine lebendige Krebse, deren Panzer sie bemalt haben und mit kleinen Plastikbehältnissen zum Verkauf anbieten. Und die Touristen vor Ort finden das auch noch lustig. Die Einzige, die sich in dem Laden aufgeregt hat, war ich. Verrückte Europäerin. Die Verkäuferin fand das alles ziemlich ok, eine ihrer Kundinnen hätte einen, der schon seit 16 Jahren in diesem Kasten lebt. Hat meine Wut irgendwie nicht geschmälert, diese Aussage. Ich glaube, ich muss nicht betonen, dass wir dort nichts gekauft haben.

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Empfehlen möchte ich aber noch das Eatcetera, dort gibt es vegane Sandwichs und Salate, die richtig lecker sind. Wir sind jeden Tag dort vorbeigegangen. Yummi!

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