Während ich bei unserer Reise nach Breslau sehr positiv überrascht worden bin, hat mich unser Urlaub im Bayerischen Wald, zumindest was die veganen Essensmöglichkeiten anging, sehr enttäuscht. Natürlich waren wir nicht in der kompletten Region Bayerischer Wald unterwegs, aber an den Orten, an denen wir gewesen sind, hat sich die Essensfrage durchaus als problematisch gestaltet. Zum Glück hatten wir eine Ferienwohnung und konnten größtenteils auf Selbstversorgung zurückgreifen. Trotzdem habe ich, da wir meistens bei unseren Ausflügen in Deutschland bisher Glück gehabt haben, nicht wirklich damit gerechnet, in eine Region zu kommen, in der vegan noch nicht angekommen ist bzw. sogar teilweise recht skeptisch beäugt wird – gerade von den Gastronomen, aber auch von der Bevölkerung, die vegane Angebote nicht ausprobiert. Gerne wollte ich Euch das Restaurant Utaty in Bayerisch Eisenstein empfehlen – aber wir waren am vorletzten Abend dort, am nächsten Tag hat das Restaurant auf Grund mangelnder Gäste geschlossen. Daher habe ich auch kein Interview mit der Gastwirtin mehr bekommen und es tat weh, sich mit einer sehr guten und engagierten Gastwirtin zu unterhalten, die vor der Schließung ihres Restaurants steht. In Passau hätten wir gerne das Bio-Wirtshaus Zum Fliegerbauer ausprobiert, das leider geschlossen hatte.

Empfehlen kann ich die Schmugglerhütte in Bayerisch Eisenstein, die sich tatsächlich sehr viel Mühe gegeben haben, uns was veganes zu kochen. Auch im Schwellhäusl war es im Gegensatz zu anderen Berghütten kein Problem, eine vegane Kleinigkeit zu bekommen. Ein Butterbrot ohne Butter hat richtig gut geschmeckt dort.

Gut gegangen ist es uns auf der tschechischen Seite, in Cesky Krumlov. Böhmische Spezialitäten – das war ein kulinarisch interessanter Ausflug. Wir haben im U dwau Maryi gegessen, das Laibon hatte leider geschlossen. Auch sonst kann ich einen Tagesausflug in diese pittoreske Stadt nur empfehlen – die Innenstadt ist übrigens auch UNESCO-Weltkulturerbe. Krumau an der Moldau wird auch die “Perle des Böhmerwaldes” genannt.

Grundsätzlich ist es aber im Bayerischen Wald sehr schön. Die Wanderwege sind sehr gut ausgeschildert und im Winter gibt es auch spezielle Winterwanderwege. Lasst Euch also von meinem Bericht nicht abschrecken, nehmt Euch im Idealfall auch eine Ferienwohung, packt Euch genug zu Essen ein und los geht’s! In den größeren Städten gibt es dann auch Supermärkte, um die Verpflegung wieder aufzustocken. In den kleinen Ortschaften sollte man aber nicht damit rechnen, vegane Produkte zu bekommen.