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Projekt nachhaltig leben

Category: Fashion (page 1 of 3)

Beiträge rund um nachhaltige Mode – ob neu, Vintage oder selbstgemacht.

Unsere Kleidung und Kinderarbeit

Heute kommt der vierte und letzte Teil der Interviewreihe zum Thema Kleidertauschen, Fast Fashion und Kleiderwandel. Ich bin froh, dass ich dieses Thema behandeln konnte, denn das stand schon sehr lange auf meiner Liste. Gunda ist  ehrenamtliche Mitarbeiterin bei UNICEF Berlin und hat mir in diesem Video viele Aspekte der Kinderarbeit aufgezeigt. Ich denke bei Kinderarbeit meistens an Kinder, die Kleider nähen müssen. Aber natürlich ist das Spektrum viel weiter und reicht von Arbeit in der Saatgutindustrie bis hin zum Schürfen in Goldminen. Außerdem erzählt Gunda mir von Kinderarbeit unter Flüchtlingskindern und inwiefern auch das Marketing der Unternehmen bzw. deren Werbung mehr auf Kinderrechte achten sollte.  Ganz hoffnungslos lässt auch Gunda uns zum Glück nicht zurück und berichtet von Positivbeispielen. Auf der Seite Aktiv gegen Kinderarbeit kann man zum Beispiel sehen, wo man kinderarbeitsfreie Schokolade beziehen kann. Und hier geht es zu einem Download zum Thema Kinderrechte in deutschen Unternehmensaktivitäten.

Hier sind noch zusätzliche Informationen zum Thema, mit denen Gunda mich versorgt hat:

Zurzeit sind weltweit etwa 152 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren Opfer von Kinderarbeit, davon sind sogar über zwei Drittel jünger als 15 Jahre und etwa die Hälfte arbeitet unter besonders gefährlichen oder ausbeuterischen Bedingungen. Die Zahl von 152 Millionen Kinderarbeitern ist erschreckend, konnte aber seit dem Jahre 2000 um mehr als ein Drittel reduziert werden. Gleichzeitig gibt es zurzeit aber wieder mehr Fälle von Kinderarbeit aufgrund der vielen Konflikte und Krisen, die mehr als 30 Millionen Kinder entwurzelt und zur Flucht zwingt. In den Flüchtlingslagern in Jordanien konnten auch Ehrenamtliche von UNICEF Berlin arbeitende Flüchtlingskinder in von UNICEF unterstützten Lernzentren kennenlernen.

UNICEF setzt sich weltweit gegen ausbeuterische Kinderarbeit ein; diese ist verboten, wenn es sich um Arbeit handelt, für die Kinder zu jung sind, weil sie entweder gefährlich, ausbeuterisch sind, oder die körperliche, seelische oder soziale Entwicklung schädigen. Ein Kind darf durch die Arbeit auch keinesfalls vom Schulbesuch abgehalten werden. Die UN-Kinderrechtskonvention, die von fast allen Ländern der Welt ratifiziert wurde, verbrieft den Kindern das Recht auf Bildung und den Schutz vor ausbeuterischer Arbeit. Weitere optionale Zusatzprotokolle erleichtern ein einheitliches, aber verstärktes Vorgehen gegen die schlimmsten Formen der Kinderausbeutung wie Kinderprostitution, Kinderhandel sowie Kindersoldaten.

In der Bekleidungsindustrie besteht einerseits ein großes Risiko für Kinderarbeit, andererseits führte der öffentliche Druck in der Vergangenheit bereits dazu, dass viele große Firmen die Kinderarbeit in eigenen oder zuliefernden Betrieben verboten haben und die Einhaltung von Verhaltenskodexen verlangen. Dieses auch durch Medien und Konsumenten ausgelöste Engagement ist wichtig, aber leider sind die Lieferketten oft zu lang oder komplex für effektive Maßnahmen. So tritt Kinderarbeit immer noch in den kleinen Zulieferbetrieben der Textilindustrie, aber auch auf den Baumwollfeldern und in der Saatgutindustrie auf. Die Familien sind oft sehr arm und hochverschuldet und es bleibt für sie oft keine andere Wahl als dass die Kinder für das Familieneinkommen sorgen; dies jedoch in oft langen Arbeitszeiten und durch gesundheitsgefährdende Tätigkeiten.

 

Zeit zum Entgiften – Kleiderdetox

Findet Greenpeace und setzt sich unter anderem mit der Kleiderwandel-Tauschparty für ein bewusstes und nachhaltiges Konsumverhalten ein, das nicht von kurzfristigen Modetrends getrieben wird. Doch auch die Textilanbieter werden in die Verantwortung genommen und so haben sich auf Druck von Greenpeace 79 globale Modemarken verpflichtet, bis 2020 gefährliche Chemikalien durch ungefährliche Substanzen zu ersetzen.

Mehr als 90 Prozent unserer Kleidung kommen aus Asien. Die Textilindustrie setzt bei der Herstellung von Jeans, Shirts und Co. massiv gesundheits- und umweltgefährdende Chemie ein. Die Abwässer aus den Fabriken vergiften in den Produktionsländern vor allem in Asien und Mittelamerika Flüsse und Trinkwasser.

Tipps von Greenpeace, um den Kleiderwandel anzustoßen (und nach denen ich auch seit einigen Jahren handele):

  • Reparieren statt Kleidung und Schuhe wegzuwerfen
  • Kleidung upcyceln, neu kombinieren oder tauschen
  • beim Kauf auf neue Produkte auf Siegel achten, in speziellen Fachgeschäften kaufen und nachfragen, unter welchen Produktionsbedingungen die Stücke hergestellt wurden
  • weniger konsumieren – brauche ich das neue Teil wirklich? = Qualität statt Quantität

Das Interview mit Claudia Kersten von GOTS findet ihr hier.

Change Your Shoes

Während meines Drehs auf der Kleiderwandel-Party habe ich ein interessantes Gespräch mit Berndt von Inkota geführt, sowohl vor als auch hinter der Kamera. “Changes Your Shoes” ist eine Inititative von 18 Menschenrechts- und Arbeitsrechtsorganisationen, die sich für eine nachhaltige und ethische Schuhlieferkette einsetzen.

Klar war mir bisher auch, dass für günstige Schuhe gilt, was auch für günstige Kleidung gilt. Trotzdem wird das Thema Schuhe seltener in den Medien behandelt als die Bedingungen in der Kleidungsindustrie. Das ist mir nun bewusster geworden. Die Volksrepublik China ist mit Abstand das Land mit der weltweit größten Schuhproduktion. Darauf folgen Indien, Vietnam und Indonesien.

Bei einer Befragung durch Change Your Shoes kam heraus, dass 53% der Befragten in China zu Überstunden gezwungen werden. In Indonesien gibt es auch Fabriken, die drei bis vier Überstunden am Tag anordnen, den Arbeitnehmern ist jedoch nicht bewusst, dass es sich dabei um eine Art von Zwangsarbeit handelt. Bei HeimarbeiterInnen fallen oft auch hohe Überstunden an, um ihr Arbeitspensum schaffen zu können, denn sie werden nach Stückpreisen bezahlt – oft müssen die Kinder mithelfen.

Schriftliche Arbeitsverträge für die ArbeiterInnen gibt es selten. Viele können trotz Überstunden von ihrem Lohn nicht die Grundbedürfnisse decken. Viele der indonesischen HeimarbeiterInnen bekommen kaum Ausstattung von der Fabrik, wenn ihre Nadeln, Garn oder Fingerschutz beschädigt sind, müssen sie auf eigene Kosten neue nachkaufen.

Umweltverschmutzung, Menschenrechte bei der Arbeit, Lohn, Arbeitsschutz, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz – all das sind Themen, die die Schuhproduktion betreffen und über die ich mich mit Berndt unterhalten habe. Aktiv werden kann man zum Beispiel durch das Unterzeichnen der Petition Transparenz statt Versteckspiel.

Kleiderwandel

Ich bin ein riesiger Fan von Tauschpartys. Vor ungefähr drei Jahren haben meine Freundin Daniela und ich zum ersten Mal eine Kleidertauschparty besucht und waren sofort süchtig. Warum? Aus vielen Gründen – zum einen lernt man dort immer nette Leute kennen, kann sich gut unterhalten und hat Spaß, gegenseitig zu tauschen. Es ist schön zu sehen, dass ein Kleidungsstück, dass einem selbst nicht mehr gefällt oder steht an einer anderen Person richtig klasse aussieht. Und man dieses Stück nicht länger im Kleiderschrank sein trostloses Dasein fristen lassen oder gar wegwerfen muss. Es fühlt sich gut an zu wissen, dass man mit Tauschen kostenlos zu neuen Teilen im Kleiderschrank kommt – das schont den eigenen Geldbeutel und ist gut für die Umwelt. Denn die Ausmaße, die die Fast Fashion Mentalität angenommen hat, sind katastrophal: In Deutschland landen jährlich 1,5 Milliarden Kleidungsstücke auf dem Müll. Nur um Platz für noch mehr Billigmode zu schaffen. Jeder Deutsche kauft im Durchschnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr. Davon landen 40% kaum oder gänzlich ungenutzt im Kleiderschrank. Das hat verheerende Auswirkungen auf die Umwelt und auf unsere Mitmenschen. Die Herstellung unserer Kleidung in Ländern wie Bangladesch, China oder Kambodscha führt zu massiver Umweltverschmutzung durch den Einsatz gefährlicher Chemikalien. Der immer schnellere Wechsel unserer Mode und billige Fast Fashion setzen die Arbeiter der Textilfabriken immer mehr unter Druck und führen zu unsäglichen Arbeitsbedingungen und Leid.

 

Dass Mode, die eine lange Reise rund um die Welt hinter sich hat, so günstig sein kann, wird auf dem Rücken derjenigen ausgetragen, die sie herstellen.

Überwiegend sind Frauen in der weltweiten Bekleidungsindustrie beschäftigt, die

  • zu massiven unbezahlten Überstunden gezwungen werden und 10 bis 16 Stunden für einen Lohn arbeiten, der nicht zum Leben reicht
  • miserablen sanitären und gesundheitlichen Bedingungen ausgesetzt sind
  • sich nicht gewerkschaftlich organisieren dürfen
  • bei Krankheit oder Schwangerschaft entlassen werden
  • betroffen sind von Schikanen seitens der Vorarbeiter.

Greenpeace Berlin, Inkota und die CleanClothesCampaign veranstalten einmal im Jahr eine große Kleidertauschparty in Berlin unter dem Motto “Kleiderwandel”. Der KleiderWandel bedeutet, achtsam mit Kleidung umzugehen. So gilt es, beim Kauf nachhaltig produzierte Kleidung zu wählen oder – noch besser – nicht immer Neues zu kaufen, sondern zu tauschen oder Second-Hand-Stücke zu erwerben. Nach diesem Ansatz lebe ich selber nun schon seit fast fünf Jahren und freue mich sehr, dass ich zu diesem wichtigen Thema ein Interview vor Ort bekommen habe!

Den Veranstaltern geht es darum,

Kleidung wieder mehr wert zu schätzen. Was vielen Menschen nicht so bewusst ist, ist dass zahlreiche umweltschädigende Gifte der Textilproduktion die Natur zerstören und dass mit jedem neuen Hemd Chemikalien die umliegende Landschaft nachhaltig schädigen. Dazu kommt, dass diejenigen, die unsere Kleidung, zum Beispiel in Bangladesch herstellen unter menschenverachtenden und gefährlichen Bedingungen arbeiten müssen. Damit das T-Shirt günstig zu erwerben ist, werden bei der Produktion Abstriche gemacht. Somit sehen sich die Arbeiter täglich mit minimalem Lohn, starker Gesundheitsgefährdung und mangelnden Sicherheitsvorkehrungen konfrontiert. Was dringend benötigt wird, ist eine Veränderung der Beziehung zur Kleidung, ein Bewusstsein dafür, was man kauft und welche Auswirkungen ein solcher Kauf mit sich trägt, kurz: ein Kleiderwandel.

In den nächsten Wochen gibt es dann die Einzelinterviews mit Greenpeace, Inkota und Unicef zum Thema Kleiderwandel und warum er unbedingt notwendig ist.

Schaut mal, diese beiden neuen Stücke habe ich auf der Tauschparty ergattert:

  

   

 

Fairtrademode aus Polen

Seit fast einem Jahr mischt KOKOworld nun auf dem deutschen Modemarkt mit, wir haben es aber bisher nie geschafft, einen gemeinsamen Termin für ein Interview zu finden. Nun war es endlich soweit und ich konnte mich mit Agata Kurek auf der Ethical Fashion Show in Berlin über ihre Marke unterhalten.

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KOKOworld ist nicht komplett vegan, sie führen ein paar Ledertaschen von einem marokkanischen Handwerker im Sortiment, aber Agatas Konzept überzeugt mich trotzdem. “Der würdigste Weg, einem Menschen zu helfen, ist ihm einen Arbeitsplatz anzubieten”, sagt sie und so sieht auch die Geschichte ihres jungen Unternehmens aus. Alle Kollektionen werden von dem KOKOworld-Team in Krakau entworfen und mit Hinsicht auf die Richtlinien des gerechten Handels gefertigt. Sie werden in einer Familien-Nähstube bei Krakau oder in Westafrika genäht, aus Materialien, die sie in Zusammenarbeit mit Handwerkern und lokalen Werkstätten aus der ganzen Welt erwerben. Alle Handwerker, mit denen sie kooperieren, kennen sie persönlich und arbeiten schon seit Jahren mit ihnen zusammen. Das ist die Art von Mode, wie ich sie mag. Daher freut es mich besonders, dass es endlich mit einem Interview geklappt hat. Seht selbst!

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Hautkleidung – Mode für Frauen mit empfindlicher Haut

Vor zwei Jahren habe ich Sabine Schmidt kennengelernt. Damals hat sie mir von ihren Plänen erzählt, ein eigenes Modelabel für Frauen mit empfindlicher Haut zu gründen. Nun ist es soweit und ich hatte die Gelegenheit, Sabine auf einer Messe zu treffen und mehr von ihrer ersten Kollektion zu erfahren.

Seit ihrem dritten Lebensjahr litt Sabine an einer starken Neurodermitis. Das heißt, ihre Mode ist wirklich eine Herzensangelegenheit – und wie ich finde, ein wichtiger Schritt zum Schließen einer Marktlücke. Denn der Kauf geeigneter Kleidung erweist sich für Allergiker als kompliziert, da die Massenware oft allergische Reaktionen, Hautreizungen usw. verursacht, da es keine Kennzeichnung der eingesetzten Stoffe und Chemikalien gibt. Bei Lebensmitteln und Kosmetika ist es gesetzlich vorgeschrieben, die Zutaten/Inhaltsstoffe auf der Verpackung anzugeben – bei Kleidung nicht.

Häufig wird die Allergie übrigens nicht durch das Textil selbst erzeugt, sondern durch die bei der Herstellung eingesetzten Pestizide, Farb- und Veredelungsstoffe. Auf bekannte Allergene wie Kobalt, das häufig in Färbemitteln vorhanden ist, sowie Chrom und Nickel bspw. in Knöpfen, Nieten und Reißverschlüssen verzichtet sie daher vollständig. Wichtig sind Sabine neben der hohen Qualität und Allergieneutralität der Stoffe, Farben und Materialien eine spezielle, hautfreundliche Verarbeitung ohne Zickzacknähte auf der Haut, Gummibänder oder geraffte Stoffe, die die Haut mechanisch reizen.

Was mir persönlich gefällt, sind natürlich die Aspekte, dass nur Bio-Baumwolle verwendet wird und die Stoffe auch GOTS-zertifiziert ist.

Richtig viele Infos zu ihrem Label Xaxiraxi, Neurodermitis, ihrem persönlichem Leidensweg und der Suche nach Linderung und Tipps, worauf man beim Kleidungskauf achten sollte gibt es natürlich auf Sabines Webseite.

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