Das Jahr 2016 neigt sich so langsam dem Ende zu. Und wer auf der Suche nach guten Vorsätzen für das neue Jahr ist, könnte sich ja zum Beispiel vornehmen, im nächsten Jahr weniger Müll zu “produzieren”. Bea Johnson gibt auf 334 Seiten viele Ratschläge und Tipps, wie man diesen Vorsatz auch in die Tat umsetzen kann.

An manchen Stellen habe ich mich zwar gefragt, welchem Beruf sie zu der Zeit nachgegangen ist, da sie sich extrem darauf konzentriert und fixiert hat, ihr Haus und den Lebensstil der Familie auf Zero Waste, also null Müll, umzustellen und ich mir vage vorstellen kann, wie viel Zeit für Recherche und Ausprobieren dafür “drauf gegangen” ist. Vielleicht ist es auch nur eine Ausrede zu sagen, dieser Lebensstil ist viel zu zeitaufwendig, das schafft man im Alltag nicht…? Zu bequem? Zu egoistisch? Immerhin wird mir auch immer gesagt: “Ach vegan, nein, das könnte ich nicht.” Ich für mich werde auf jeden Fall versuchen, ihre Anregungen in meinen Alltag aufzunehmen.

Teilweise sind es wirklich kleine Dinge, die sie vorschlägt. Wie zum Beispiel im Büro nicht zu tackern, denn Heftklammern sind Einwegprodukte und folglich eine Verschwendung von Ressourcen. An Stelle sollten Büroklammern benutzt werden, die man immer wieder verwenden kann. Das habe ich in meinen Büroalltag schon aufgenommen. Viele andere Kleinigkeiten führe ich seit Jahren schon selber durch und habe auch unseren Büroablauf über die Zeit auf mehr Nachhaltigkeit umstrukturiert.

Auch die Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung hat am Anfang mehr Zeit verschlungen, als zum Beispiel heute. Natürlich musste ich mich erst einfuchsen und einlesen, reinfinden ins Thema. Und ich lerne immer noch ständig dazu. Ich würde aber nicht sagen, dass mich mein neuer Lebensstil mehr Zeit kostet. Ganz im Gegenteil, es macht mir Spaß und ist eine sinnvolle Zeitaufwendung. Ich denke, so ähnlich wird es auch Bea Johnson gegangen sein, als sie sich voller Eifer in ihr Projekt gestürzt hat. Es macht Freude, Erfolge motivieren ungemein und irgendwann geht es einem so sehr ins Blut über, dass die Abläufe keine Zeit mehr fressen, sondern die eigene Zeit optimieren. Wie toll ist es doch, sein Leben jenseites der großen Shopping Malls zu verbringen, Samstage Zeit zum Wandern zu haben, anstatt Einkaufen zu gehen – inklusive Parkhäuser, Warteschlangen, Menschenmassen… Da stimme ich Bea Johnson vollkommen zu.

Ein paar ihrer Vorschläge finde ich komplizierter in der Umsetzung. Manche Ideen hat Bea Johnson auch selber wieder aufgegeben, da sie zu zeitaufwendig sind oder andere Ressourcen verschwendet hätten (zum Beispiel Benzin für lange Fahrtwege o.ä.). Mit ihren Erfahrungen erspart sie uns diese aufwendigen Tests und lässt uns teilhaben an dem, was wirklich funktioniert. Sie sagt selbst, dass komplett ohne Müll leben in unserem Alltag kaum machbar ist. Wenn überhaupt, dann in den eigenen vier Wänden, aber sobald wir diese verlassen und ins Restaurant oder auf Reisen gehen, geben wir diese Möglichkeit zur Selbstbestimmung natürlich aus der Hand.

Daher finde ich die Herangehensweise, dass sich jeder aus diesem Buch heraussuchen soll, was zu ihm oder ihr selber passt und was er oder sie sich zutraut umzusetzen, eine sehr motivierende. Ich werde Euch natürlich zukünftig über meine Fortschritte und Erfahrungen auf dem Laufenden halten. Ob ich es jemals schaffen werde, meinen Müll auf ein Einmachglas zu reduzieren, möchte ich heute, am 24.11.2016 noch bezweifeln. Aber es ist immer gut, Ziele zu haben.

Bea Johnson: Glücklich leben ohne Müll!

ISBN: 978-3-86935-292-3

19,90 Euro

Verlag Ludwig